HALLO?
Merkt hier denn niemand mehr, was eigentlich los ist? Was sich unsere “Volksvertreter” so alles einfallen lassen, um ihre Macht zu demonstrieren, ist der blanke Hohn. Außerdem hat es nichts mit den Belangen der Bürger zu tun, sondern viel eher mit den, der Realität entrückten, Pseudo-Saubermännern/-frauen, die die wahren Dreckschleudern unserer Gesellschaft sind. Weil sie sich nicht mehr auf komplexe Zusammenhänge konzentrieren können und nur noch SCHLAGZEILEN im Kopf haben, mit denen sie die Welt erklären wollen.
RAUCHEN IST UNGESUND, ALSO MUSS ES VERBOTEN WERDEN, WEIL ES ANDERE IN MITLEIDENSCHAFT ZIEHT!
Den Spruch kann man erstmal so stehen lassen und sagen: stimmt, bis auf das “verboten”, denn dieses Wort setzt schon bei Kindern einen schwer kontrollierbaren Prozess in Gang. Es ist wie ein geheimes Zeichen, gegen das man sich wiedersetzen will. Freiheit, Selbstbestimmung, Rücksicht. Das sind die eigentlichen Begriffe, mit denen man diesem Thema begegnen sollte. Wegen mir hätte es auch eine von Steuergeldern finanzierte Kampagne geben dürfen, die darauf abzielt, Rauchern die gar keine Rücksicht nehmen zu verachten. Eine Kampagne die asoziale Raucher in den Schatten ihres eigenen Rauches stellt. Aber die Bundesregierung interessiert es einen Scheiß ob wir gesund sind oder nicht, wenn es ums Rauchen geht. Und wenn Politiker sagen, dass sich der Schaden durch Raucher auf etwa 40Mrd. beläuft, frage ich mich, woher die das wissen will. Bei tausenden von Babys und Kindern auf Auspuff höhe durch die Straßen geschoben werden, Kinder bei ihren rauchenden Eltern auf dem Schoße sitzen oder wie neulich beobachtet mit der Familie im Raucherraum sitzen weil sonst kein Platz mehr da war. Warum ist es erlaubt, Natriumglutamat (Geschmacksverstärker) in BIO-Produkten zu verarbeiten – damit man diesen Industriefraß, den man sonst mit Handschuhen nicht anfassen würde gerade noch runter würgen kann?
Jetzt sterben viele Kneipen aus und es werden die überleben, denen es sowieso schon gut geht, die einen Raum für Raucher haben. Also eine weitere Förderung der Kluft zwischen Arm und Reich?
Ein anderer Aspekt ist die Desozialisierung der Gesellschaft, die sich nun allein, zuhause ein Bier vorm Fernseher reinzieht und eine Raucht oder auch nicht. Das diese Idee gar nicht so Abwegig ist, kann man in Irland sehen. Dort wo die Pub’s jeden Abend voll waren weil sie von ihren Besuchern wie ein Wohnzimmer wahrgenommen wurden, herrscht jetzt unter der Woche Stille. Ein weiteres Beispiel für Desozialisierung ist die Entwicklung der Gewerkschaften seit den 50er Jahren. Der Zusammenhalt war nicht mehr gefragt, man hatte seine Ziele erreicht und konnte sich immer mehr leisten. Man ist nicht mehr gemeinsam mit dem Bus nach hause gefahren, sondern jeder mit seinem eigenen Mofa.
So wird es wohl auch noch eine Weile weiter gehen. Soweit, bis auch der letzte Depp von seiner Glotze hochschreckt. Man kann es auch schon an ein paar Nichtrauchern feststellen. Die schauen einen Mitleidig an und kommen zum Rauchen mit nach Draußen oder setzen sich gleich in den Raucherraum, zu ihren Freunden eben…
Als nächstes wird es wohl der Alkohol sein der verboten wird. Klar, wenn eine Mutter die Erziehung ihres Kindes nicht mehr hin bekommt weil sie zu viel säuft, hat das Saufen ja auch Auswirkungen auf den Nachwuchs und die sind bestimmt noch wesentlich verheerender und lassen sich bestimmt auch in wunderschönen Zahlen und Schlagzeilen ausdrücken. Und die Krankenkassen erst
Irgendwann können wir dann alle, wie Batterien in einem Cocoon mit Glotze (Ahh, Fernsehen müsste eigentlich auch sofort verboten werden, weil es die Produktion von Killerspielen fördert!!!) . Also ohne Glotze und mit viel Pharma (damit es uns egal ist) sitzen und vor uns hin vegetieren, denn Existieren ist was anderes.
Schöne neue Welt!
14. 11. 2007 at 4:14
Merkwürdig, merkwürdig, warum fällt den Deutschen das große Wort der Freiheit immer dann ein, wenn es um Rasen (Freie Fahrt für freie Bürger), Rauchen (s.o.) und wahrscheinlich auch Saufen geht (diese Diskussion kommt dann demnächst)?
Jedenfalls:
1) Die durch Rauchen hervorgerufenen Schäden bei Aktiv- und Passiv-Rauchern sind unbestritten und wissenschaftlich bewiesen, auch wenn Du daran zweifeln solltest.
2) Selbst bei dem ***kleinsten*** Hinweis auf gesundheitsgefährdende Folgen des Passivrauchens (und tatsächilch gibt es darauf sehr große Hinweise!) müssen Passivraucher vor Schäden bewahrt werden (ist ja auch einleuchtend, da es sich um eine Art Körperverletzung handelt)
3) Die aktuellen Rauchverbote resultieren aus ähnlichen Überlegungen, wie sie in den Punkten 1) und 2) aufgeführt sind, denn sie basieren auf nichts anderem als dem Schutz von Nichtrauchern, und das heisst eben auch Arbeitsschutz in Kneipen.
Damit ergibt sich:
- Die Freiheit von Rauchern ist nicht angetastet worden, sie können sich auch weiterhin die Lunge nach Belieben zuquarzen, denn es ist nicht das Rauchen an sich verboten worden.
- Verboten wurde die Belästigung und gesundheitliche Schädigung von Mitmenschen. Diese Einschränkung der Freiheit ist legitim (und wird bei vielen anderen Sachen im Alltag ebenfalls angewendet) aufgrund des Grundsatzes, dass die Freiheit des einen dort endet, wo die eines anderen (zum Beispiel das Recht auf körperliche Unversehrtheit) betroffen sein könnte.
Bleibt zu den Kneipen noch zu sagen: überleben werden die Kneipen, die sich auf neue Kunden- und Käufergruppen einstellen können und diese gewinnen können. Immerhin sind Nichtraucher kaufkräftiger als Raucher, wenn das keine neue, lohnenswerte Zielgruppe ist!
In der Tat wird es aber für die Kneipen nicht einfach sein, diese potentielle Käufergruppe jetzt in ihre Läden zu bekommen, immerhin haben es die Kneipiers jahrzehntelang geschafft, diese Gruppe (die weit überwiegende Mehrheit der Bevölkerung!) zu verprellen, links liegen zu lassen und zu ignorieren. Im Kapitalismus kommt es eben auch darauf an, als Unternehmer pfiffig zu sein, Chancen zu erkennen und diese gut zu nutzen. Wir werden sehen, welche Kneipiers so flexibel sind, andernfalls können sich sich in der Insolvenzhölle mit Scherenschleifern, Bergbaukumpels, Druckern, Kupferschmieden und anderen ausgestorbenen Berufen treffen…
Und um auch noch den “Lokal”bezug herzustellen: das Cafè Vorspiel (http://www.cafe-vorspiel.de/) in der Saalburgstraße 61 macht schon seit 2005 vor, wie man auch als Nichtrauchercafé erfolgreich sein kann.
14. 11. 2007 at 10:06
@ Klaus
Merkwürdig, merkwürdig, warum fällt den Deutschen das große Wort der Freiheit immer dann ein, wenn es um Rasen (Freie Fahrt für freie Bürger), Rauchen (s.o.) und wahrscheinlich auch Saufen geht (diese Diskussion kommt dann demnächst)?
>>>Nicht nur dann sondern: auch dann.
Jedenfalls:
1) Die durch Rauchen hervorgerufenen Schäden bei Aktiv- und Passiv-Rauchern sind unbestritten und wissenschaftlich bewiesen, auch wenn Du daran zweifeln solltest.
>>>Wieso sollte ich das tun?
2) Selbst bei dem ***kleinsten*** Hinweis auf gesundheitsgefährdende Folgen des Passivrauchens (und tatsächilch gibt es darauf sehr große Hinweise!) müssen Passivraucher vor Schäden bewahrt werden (ist ja auch einleuchtend, da es sich um eine Art Körperverletzung handelt)
>>>Genauso wie der Feinstaub von Autos etc.
3) Die aktuellen Rauchverbote resultieren aus ähnlichen Überlegungen, wie sie in den Punkten 1) und 2) aufgeführt sind, denn sie basieren auf nichts anderem als dem Schutz von Nichtrauchern, und das heisst eben auch Arbeitsschutz in Kneipen.
>>>Wenn die Mitarbeiter zum rauchen nach draußen müssen, holen sie sich vielleicht noch eine Erkältung oder sonstwas…
Damit ergibt sich:
- Die Freiheit von Rauchern ist nicht angetastet worden, sie können sich auch weiterhin die Lunge nach Belieben zuquarzen, denn es ist nicht das Rauchen an sich verboten worden.
- Verboten wurde die Belästigung und gesundheitliche Schädigung von Mitmenschen. Diese Einschränkung der Freiheit ist legitim
>>>Bist Du Rechtsanwalt oder was? Du nuschelst so viel. Man muss es doch so sehen, “rauchen ist ungesund und schädlich und stinkt”, also gehört es, wie Cannabis auch, verboten. Aber überlege doch mal folgendes. Stell dir mal vor, die Raucher-Steuer würde so viel Geld einbringen, dass es einen Großteil des Sozial-Budgets von ganz Deutschland bestreiten würde, welches sonst fehlte. Da geht es der Politik nicht mehr um Gesundheit, da geht es nur noch um Kohle.
(und wird bei vielen anderen Sachen im Alltag ebenfalls angewendet) aufgrund des Grundsatzes, dass die Freiheit des einen dort endet, wo die eines anderen
>>>Daher bin ich grundsätzlich auch dafür, das in Restaurants nicht geraucht werden darf. Bein den Kneipen kann ich das aber nicht unterstützen
(zum Beispiel das Recht auf körperliche Unversehrtheit) betroffen sein könnte.
>>>Jeder darf doch seine Brötchen so gut backen wie er möchte, die Kunden werden dort kaufen, wo es ihnen am besten schmeckt, richtig? Es gab schon immer Lokale mit Nichtraucher-Bereichen. Warum wollen die Nichtraucher die es nicht ertragen können denn unbedingt in verrauchten Kneipen sitzen?
Bleibt zu den Kneipen noch zu sagen: überleben werden die Kneipen, die sich auf neue Kunden- und Käufergruppen einstellen können und diese gewinnen können. Immerhin sind Nichtraucher kaufkräftiger als Raucher, wenn das keine neue, lohnenswerte Zielgruppe ist!
>>>Fragt sich aber auch, ob Nichtraucher so viel Kneipen besuchen und Bier trinken, mit ihrem vielen Geld.
In der Tat wird es aber für die Kneipen nicht einfach sein, diese potentielle Käufergruppe jetzt in ihre Läden zu bekommen, immerhin haben es die Kneipiers jahrzehntelang geschafft, diese Gruppe (die weit überwiegende Mehrheit der Bevölkerung!) zu verprellen,
>>>Es gab da doch mal so ein Marktgesetz…hatte irgendwas mit “Angebot & Nachfrage” zu tun. Warum sprichst Du hier vom Verprellen? Die Zielgruppe der meisten Kneipen sind bestimmt NICHT die Nichtraucher gewesen und auch keine Apfelshorle-Babybrei-Mütter.
links liegen zu lassen und zu ignorieren. Im Kapitalismus kommt es eben auch darauf an, als Unternehmer pfiffig zu sein, Chancen zu erkennen und diese gut zu nutzen. Wir werden sehen, welche Kneipiers so flexibel sind,
>>>In Deutschland muss man als Unternehmer schon sehr fit sein, denn die staatliche Bürde wie: komplexes Steuersystem, rechtliche Fallstricke, lahme Behörden etc. ist schon recht gewichtig und nimmt immer weiter zu. So kommt es jetzt eben auch dazu, dass ein Kneipier-Unternehmer eines weiteren Stücks seiner Entscheidungsgewalt beraubt wird. Denn leider sind es nicht die Mütter und Nichtraucher, die die Kneipen besuchen.
andernfalls können sich sich in der Insolvenzhölle mit Scherenschleifern, Bergbaukumpels, Druckern, Kupferschmieden und anderen ausgestorbenen Berufen treffen…
Und um auch noch den “Lokal”bezug herzustellen: das Cafè Vorspiel (http://www.cafe-vorspiel.de/) in der Saalburgstraße 61 macht schon seit 2005 vor, wie man auch als Nichtrauchercafé erfolgreich sein kann.
>>>Wunderschön für Familien denen die Decke zuhause auf den Kopf fällt, da sollte es mehr von geben. Scheinbar war die Nachfrage nicht groß genug.
Als ich einmal dort war, habe ich mich gewundert, dass die überhaupt Alkohol ausschenken, so heilig kam mir alles vor.
Es soll ja Menschen geben, die nie über ein Vorspiel hinaus kommen.