Kennt Ihr das? Friseure haben ja immer das Gefühl, dass sie einem die neuesten Geschichten aus ihrem Leben erzählen müssen. Da frage ich mich manchmal auch, ob die ihre Geschichten, wie so manche Blogger, ein wenig ausschmücken. Manchmal frage ich mich, ob man als Friseur wirklich so ein spannendes Leben führt.
Eine Geschichte möchte ich mal weiter erzählen von einem Friseur aus dem Westend.
Der Friseure:„Also weist Du, ich bin da vor kurzem mal im Puls“ (Ein, doch recht ansehnlicher Laden für Homosexuelle, mit Bistro, Bar und hin und wieder auch Disco) und da sagt er mir doch tatsächlich, das er nicht Schwul ist. “Da bin ich mit meinem Mitarbeiter hingegangen (eine extrovertierte Tucke vom allerfeinsten) weil der immer gesagt hat, dass man den Laden kennen muss.“ Ich kann das bestätigen, auch für nicht-Schwule ist dieser Laden gut auszuhalten. Er wieder: „Da waren dann schon so komische Typen drin, die haben mich immer angeschaut und dachten wahrscheinlich, das wir ein Pärchen sind.“ Kann ich verstehen in so einem Laden und das die Typen so komisch geschaut haben, lag wohl daran, dass sein Mitarbeiter ungefähr halb so alt war wie er selbst. „Naja, also als ich dann irgendwann gehen wollte, sind diese Typen dann auch gegangen und haben draußen dann zu Fuß den Heimweg angetreten, während ich noch mein Taxi suchte. Da standen leider keine Taxis rum, also habe ich mich weiter suchend, der Himmelsrichtung meiner Wohnung genähert. Als ich um die Ecke bog wo der kleine Park ist, fand ich das ganz schön dunkel, bin aber mutig weiter gegangen. Auf der Höhe des Parks, haben mich dann aus dem Dunkel zwei Männer angesprochen – ob ich ihnen Geld leihen könnte. Aber da war ich ja schon ein bisschen vorsichtig – man weis ja nie und sage ‚tut mir Leid, kann ich nicht helfen’“.
Also ich weis ehrlich gesagt nicht, was ich in diesem Moment gemacht hätte, wenn mir das passiert währe und ich weis genau so wenig, was er mir damit sagen wollte. Doch er erzählte noch weiter. „Man weis ja nie, ob die einem dann das Portemonnaie aus der Hand reißen. Und dann sind die auf einmal aggressiv geworden. Der eine von denen hat mich so leicht angeschubst, ich bin gegen den anderen gefallen und der hat mich dann fest gehalten. Ich hatte so einen Schiss bekommen und habe laut nach Hilfe gerufen doch das hat nicht geholfen. Sie haben mir Backpfeifen gegeben, bis endlich ein paar Leute um die nächste Ecke kamen. Ich habe mich nicht getraut noch einmal nach Hilfe zu rufen aber das machte nichts, denn die Jungs hatten von mir abgelassen – mit meiner Kohle und dem üblichen Inhalt.“ Der bei dem einem die Schreibhand weh tut, wenn man ihn wieder beschafft? „Ja, ich kann dir sagen – so eine Scheisse. Machtachtundsiebzigeuro (grinst).“ Waaaas, ich bin doch keine Frau, die `ne Hochsteckfrisur bestellt hat. Ach Bornheim, ich hab’ dich so lieb.

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