Langsam, ganz langsam und fast unmerklich werden die gesetzlich verankerten Freiheiten der Bürger Deutschlands von einer zähen, schleimigen, alten Masse verschluckt, vergessen, verschwunden.

Irgendwann werden wir uns alle fragen müssen, warum wir unsere Zukunft nicht selbst gestaltet haben als es noch möglich war.

Dazu folgende Begriffe:

Wem noch weitere Begriffe einfallen, kann mir das gerne in den Kommentaren mitteilen, ich werde sie dann der Liste hinzufügen.

Zu DRM
Das Thema ist mir zum ersten Mal in den USA begegnet. Da waren vor einem Apple-Store, Demonstranten in Schutzanzügen auf denen DRM stand und sie haben Zettel verteilt auf denen DRM erklärt wurde. Hier ist die Seite zu der von der Free Software Foundation (FSF) gestarteten Kampagne.

Auch wer selbst keine Dateien in Tauschbörsen tauscht, sollte sich diesen Beitrag ansehen. Und hier wer sich einen MP3-Player kaufen möchte.

Zum Telekommunikationsgeheimniss
Zur Zeit ist es der Terrorismus, der die Politik in ihrem zähen Handeln zu bedenklichen Schritten veranlasst. Dabei wird wie immer auf populistische Meinungen reagiert und mit den fundamentalsten Forderungen alles vermieden, was nötig wäre, um es am Ende noch schlechter zumachen als es schon ist. Ein Beispiel liefert, wie so oft, der Heise Verlag.

Softwarepatente
Der Streit um selbige dauert nun schon recht lange. Dennoch ist es nicht in der breiten Bevölkerung angekommen, was die Auswirkungen einer Ausdehnung der bisherigen Patentpraktik auf Software bedeutet. Auch hier wird einem wieder klar, was Politiker wollen oder nicht wollen. Wenn sie sich von großen Unternehmen bezahlen überreden lassen und die Mittleren und Kleinen überhören. Da fallen besonders EU- und Rechtspolitiker auf, die sich für Softwarepatente stark machen.

Dazu kommt, dass, sollten Softwarepatente eingeführt werden, diese lediglich großen Softwarefirmen nutzen würden, also eigentlich denen, die eh keine Steuern zahlen und ihre Arbeitsplätze ins Ausland verlagern. Können wir bei Politikern wirklich noch von Volksvertretern sprechen? Hilfe!

Killerspiele
Ein weiteres Beispiel für schräge und hilflose Politik ist die Diskussion um sogenannte Killerspiele. Hier wird nicht einmal der Versuch unternommen, ein realitätsnahes Konzept zur Mäßigung von Gewalt unter Jugendlichen zu erarbeiten. Sondern man geht den scheinbar klaren Weg des Verbotes. Mit Unterstützung newsgeiler Medien nach dem Prinzip: Jugendliche hängen zu viel an Bushaltestellen herum, also machen wir ein Verbot, das es Jugendlichen untersagt, sich an Bushaltestellen aufzuhalten, wenn sie nicht beabsichtigen mit dem Bus zu fahren. Okay nicht alle sind auf Newsgeilheit aus, also schauen sie sich ihre Redakteure genau an. Manche wissen mehr als andere.

Holm Friebe von wirnennenesarbeit.de meint dazu folgendes:

Mag sein, dass es einen Korrelation zwischen Ego-Shooter-Spielen und Amokläufen gibt, ähnlich wie es einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Störche und der sinkenden Geburtenrate gibt. Gut möglich, dass Jugendliche, die so fertig sind, dass sie ihre Mitschüler niedermetzeln, auch einen Crush für Ballerspiele haben. Damit ist jedoch nichts über die Kausalität ausgesagt.

Also ich meine, dass man dann zunächst mal alle Filme, in denen jemand erschossen wird verbieten sollte. Außerdem sollte man auch die Berichterstattung aus Kriegsgebieten verbieten und warum nicht gleich jeden Krieg verbieten und die Terroristen, die sind ja sowieso schon verboten. Man, man, man. Hier noch eine kleine Beschreibung.

Meiner Meinung nach verschieben sich die Debatten um neue, zeitgemäße Lösungen von der Realität weg, hin zu politisch ambitionierten Äußerungen. Dabei sieht es für mich immer so aus, dass, sobald ein Thema neu hochkocht und durch die Medien geistert, sich sofort ein dämlicher PR-Berater findet, der seinem Politiker Kunden rät, sich dazu zu äußern. Das diese Äußerungen dann meistens populistisch an der Realität vorbei gehen, liegt nicht am ignorierten Verstand der Politiker, sondern an ihren Zielen. Politiker haben ihre Freiheit nämlich schon lange verloren, ihre Ziele sind nicht mehr die Organisation und Verwaltung eines Staates für das Volk, sondern sie wollen Wählerstimmen und zwar so viele wie möglich. Dabei sollten sie sich doch auf ihr Parteiprogramm konzentrieren und sich um eine klare Abgrenzung von den anderen Parteien besinnen. (Dass das zu dem großen Parteiensterben führen wird, ist für mich unbestritten. Denn wenn sich die großen Parteien nicht mehr von einander unterscheiden, ist es egal wen man wählt und kleine Nischen-Parteien werden diese Stimmen auffangen. [Gnade Gott, dass das gut geht]).

Und so wird es weiter gehen. Denn als Politiker möchte ich natürlich nichts mit dem gerade entwachsenen Pöbel zu tun haben, sondern mich in “Guter Gesellschaft” befinden. Also werde ich mich mit Konzernbossen und Lobbyisten zusammensetzen, die es ja irgendwie weit gebracht haben, anstatt mich mit pöbeligen, faulen, Taugenichtsen ohne Lobby und Medien rum zu ärgern.

Es sind aber leider nicht nur die Politiker, so gerne ich auch über sie lästere. Viel schlimmer sind die Menschen, die auf banalen Argumentationen hängen bleiben und Meinungen kopieren, solange sie nur einfach genug sind, dass sie jeder verstehen kann. Diese Menschen möchte ich gerne aufwecken, sie wachrütteln. Denn sie merken nichts von alledem. Sie wissen nicht das der Horizont hinter dem Horizont liegt und fühlen sich sicher in ihrer trüben Suppe.

Da ich aus den klassischen Medien keine Hilfe mehr bekomme und mehr und mehr das klare Denken dem einfachen und banalen Artikel weicht, lese ich inzwischen lieber Blogs und schreibe sogar selbst einen.

Es ist eine meiner grossen Hoffnungen, dass die Blogs, wie in so vielen anderen Ländern auch, als eine der letzten demokratischen Mittel, gegen eine finanzielle Übermacht darstellen.

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