Langsam zeichnet sie sich ab, diese schöne neue Welt in der wir leben existieren. Leise und unauffällig schleicht sie um die Ecken der Demokratie, die sich gejagt fühlt, vom unfassbar Bösen. An die Dunkelheit gewöhnt, das sehende Tier, fest im Griff. Festhaltend an einer Sicherheit die keine mehr ist – an eine Vergangenheit erinnert sich der Konservierte, drinnen will er bleiben in der Dose.

Die Ruhe des Eingelegten ist die Ruhe der Toten. Derjenigen die nicht merken, dass die „heile Welt“ ein Trugschluss ist, ein Wunschgebilde der eigenen Phantasie. Nachgeben. Loslassen. Fallen lassen. Hinnehmen.

Mich lässt er toben, dieser Sud aus Selbstbefriedigung. Entreißen will ich mich dieser zähen Masse, die im Glück zu suhlen scheint und doch schon lange, dass Leben hinter sich gelassen hat.

Ich kann nicht schreiben, ich kann fühlen und verstehen – Lieben, auch dem ärgsten Dummbatz lauschen ohne mich zu verlieren. Ich will wecken! Die Menschen wachrütteln ohne sie zu erschrecken. Zeigen was es noch so gibt. Alternativen die ein Glück für Jeden bergen finden.

Doch was passiert, was kommt zurück? Ahnungslosigkeit, Verwunderung, Angst. Angst macht Seele tot, habe ich mal gelesen – irgendwo. Ich kenn‘ Sie auch, die gute alte Angst. Es ist schön zu wissen, dass es sie gibt. Und es ist noch viel schöner sie zu überwinden. Der kann es schaffen, der im kleinen anfängt und die Funken der ersten Versuche erkennt, sie fühlt, sie liebt und braucht und will.

Ich gehe an den Ursprung, zurück zu meiner Jugend, meinem Sohn. Wenn mir diese Welt vergessen scheint, so finde ich sie wieder, in den Augen meines Sohnes oder werde von ihr geküsst, an einem lauen Frühlings morgen, mit blauem Himmel zu dem das Grüne sprießt, wie Hermann Hesses erste Seiten es nicht besser zeigen könnten könnten.

Strahlen tue ich, beim schwelgen in der Jugend und wiederholen kann ich, weil ich eine hatte. ‚Dankbar bin ich dafür, das ich Mensch sein darf und fühlen kann.

Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Hermann Hesse

Also, auf auf ins Glück!

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