Armer Johnny, könnte man meinen. Dabei gibt er es selbst zu, dass die Geister jetzt da sind, die er gerufen hat. Nun fliegt ihm die, gelinde gesagt heikle Diskussion über das Geschäftsgebaren Yahoos, regelrecht um die Ohren.

Das ist so gewollt, dass es zu Diskussionen kommen würde hat Johnny gewusst. Das es jetzt aber gegen seine Person geht, hat er vielleicht befürchtet aber sicherlich nicht in diesem Maße.

Ich konnte mich bisher nicht wirklich auf eine Seite schlagen, so wild und aggressiv und verworren aber auch gut waren die Meinungen (die Links für: wild, aggressiv und verworren spare ich mir vorsichtshalber). Ich habe lediglich, ganz allgemein und schon recht lange ein Problem damit, dass Dinge gesagt werden und dann andere Dinge getan werden.

Beispielsweise unser früherer Umwelt Joschka war ein Porschefahrer, Star-Sauber-Jude Friedman kokste und fickte mit minderjährigen, billigen Osteuropäerinnen (Das habe ich glaube ich aus einer BILD oder so). Oder mal anders gesagt: würde die Kirche auf ihrer Webseite Werbung für den Teufel machen oder andersrum? Natürlich kann ich dann auch sagen, dass ich das Geld in ein Waisenhaus stecke aber ist es deswegen dann auch OK?

Es ist doch so, dass man zu Medien, Unternehmen, Vereinen und Menschen, eine Art von Vertrauen aufbaut bzw. sich ein Bild des Charakters macht. Diese Bilder entstehen auf viele unterschiedliche Arten und werden geprägt von der Meinung Anderer und der Eigenen, sofern man eine haben kann.

Der Spreeblick-Blog ist vom Johnny Heusler. Seit längerem schreiben aber auch andere Autoren mit und gestalten den Charakter des Blogs. Trotzdem bleibt es mehr oder weniger Johnny’s Blog. Klar, dass er es ist, der die Häme abkriegt denn, einen fressen immer die Blog-Hunde.

Schade ist es auch und zwar sehr. Denn diese ganz entschieden wichtige Frage, bezieht sich auf einen Wandel in der Gesellschaft. Auf der einen Seite haben wir täglich mit immer komplexer werdenden Alltag zu tun (Welchen Handy-Vertrag, welche Krankenkasse, welchen Internet-Anbieter oder welches Bio-Siegel). Das führt auf der anderen Seite dazu, dass ich immer schneller Entscheidungen treffen muss zu immer komplexeren Vorgängen.

Wie werden diese Aufgaben gelöst werden? Die Menschen habe in den letzten Jahren viel über PR kennen gelernt, wozu es da ist und was es bewirkt. Sie wissen langsam aber noch lange nicht alle, dass von allen Seiten versucht wird zu „manipulieren“, dass ihre Gefühle und Gedanken erforscht werden oder ihr Telefonier- und Surfverhalten mit geschnitten wird. Also die Unternehmen und ein paar weitere Größen, verfügen über immer mehr Wissen, während die Menschen immer öfter überfordert werden.

Das führt dazu, dass simplifiziert, also vereinfacht wird. Dieses Prinzip sollte die deutsche Geschichte eigentlich hinter sich gebracht haben mit, „Wollt ihr Butter oder Kanonen“. Aber schaut man sich an, wie viel dieser Satz damals und heute beinhaltet und ausdrückt an Gefühlen und Visionen im Vergleich zu dem kleingedruckten eines Telekom-Vertrags, so wird deutlich wie viel sich geändert hat.

Das Problem ist nur, dass man sich einer gewissen Komplexität nicht entziehen kann und darf, es würde zu den schlimmsten Missverständnissen kommen. Und manche Themen lösen sich schneller, wenn man einfach mal darüber spricht. Wie oft habe ich die E-Mail-Kommunikation vieler Menschen unterbrochen und sie an einen Tisch geholt. Das war immer ein riesen Aha-Erlebnis (keine Musik-Band). Nachdem schnell klar war worum es eigentlich ging, war das Problem in Sekunden gelöst.

OK, das Internet funktioniert aber anders. Klar, dann muss man eben eine, der Diskussion gerecht werdende Plattform aufsetzen um eine zielführende Kommunikation zu erreichen (web2.0-Problem-lösungs-komunen-software). Nein?

So, hier jetzt meine Meinung (auch wenn’s keinen interessiert)

Jeder darf Werbung schalten so viel er möchte!
Jeder darf Werbung schalten für wen er möchte!

Jeder darf Beurteilen und eine Meinung äußern ohne zu verletzen etc.

Mein Handeln (eine Anleitung)

Das Bewerten von Informations-Quellen ist die Basis für eine ausgereifte Meinung. Jeder Mensch hat Vorlieben, Geschmack und Moral auch Journalisten und Blogger 😉 aber auch Unternehmen und Redaktionen. Daher muss ich immer im Hinterkopf behalten, welche Position hinter welchem Bericht steht. Ich muss mir also quasi einen Informations-Mix erstellen, bei dem ich um die Hintergründe der Autoren, Redaktionen, … bescheid weis. Bspw. Johnny mag praktische, technische, designte, handliche, elektrische Spielereien. Der Springer Verlag schreibt rechts und die taz links und so kann man das endlos fortsetzen. Dazu kommen noch die PR-Meldungen der Unternehmen aber auch da weis ich was das Unternehmen für Absichten hat oder kann mich informieren.

Den Johnny mag lese ich, weil ich genau weis was er mag. Johnny mag Diskussionen. Dieses mal ist es eine ganz besonders wichtige. Es geht darum, dass er zwei Meinungen auf seinem Blog vertritt, die der Autoren und die der Werbekunden. Seine Leser sind immerhin Blog-Leser und nicht primär Zeitungsleser. Die können Kommentieren und mitmachen und fühlen eher eine Verbundenheit als eine gewöhnlicher Zeitungsleser. (Welch ein Unding, wenn jeder Abonnent, sich über die Werbung seiner Zeitung aufregen würde)

Also bleibt mir am Ende die Meinung, dass es eine super geile Idee war den Banner zu schalten, weil er eine Diskussion angeregt hat, die wir alle nötig haben. Nämlich zum Thema China-Politik und Werbe-Politik und ich glaube sogar noch ein paar unscheinbare mehr. Soweit genial.

Jetzt kann der Banner aber gerne wieder verschwinden! Die Diskussion ist ja in vollem Gange. Aber auch wenn er da bleibt, werde ich weiterhin vorbei schauen – doch mit einem leicht veränderten Eindruck.

Am besten würde mir übrigens folgenden Verschwörungstheorie gefallen: Der Yahoo-Chef möchte diese Diskussion auch, weil ihm das Verhalten seiner Firma in China nicht gefällt. Er muß aber expandieren, weil seine Aktionäre Kohle sehen wollen. Oder er hat Kinder die inzwischen ungemütliche Fragen stellen und will keine Boss einer Arschloch-Firma sein.

Geld regiert die Welt, aber wie lange noch?

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