Philosophie


Heute gingen mir in diesem Jahr zum ersten mal folgende Worte durch den Kopf: Herr es ist Zeit. Der sommer war sehr schön…


(Foto)

Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke

Vrdmt, es heißt mit Absicht „Der Sommer war sehr groß“ dabei bin ich mir sicher, dass es nicht nur des Reimes wegen „groß“ und nicht „lang“ oder „schön“ heißt. Weil „sehr lang“ hört sich schon nach „zulange“ aber das ist bei mir nie der Fall, dass mir ein Sommer zu lange dauert. Höchstens, dass ich mit wohligem Gefühl dann doch feststelle, dass es schön ist das es den Herbst gibt, auch wenn ich den Sommer nicht los lassen mag.

Die Menschen kommen runter, von ihren sommerlichen Gefühlen und sich mehr ihrem Inneren zu zuwenden. Diese Möglichkeit gibt es nicht überall auf der Welt und ich denke das es so ganz gut ist, wie er hier ist, wir es hier haben.

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Ich gehe durch die Welt, wie/weil sie mir gefällt. Ich lebe und Atme sie ein und aus und inhaliere ihr ganzes Dasein – am liebsten pur. Dann weis ich, dass ich zu ihr gehöre, ein Teil von ihr bin und von ihr beschützt werde.

Wenn ich den Druck der Schwerkraft an meinem Rücken fühle während ich im hohen Graß liege um den Sternenhimmel zu sehen, um mich in ihm zu verlieren bis ich winzig-klein bin. Dann erkenne ich die aggressiven Fratzen hinterm BMW-Lenkrad oder in den hohen Stockwerken des Kapitalismus. Sehe Mütter die mit fünf Fragezeichen um den Kopf ihr Kind betrachten und es lieblos groß ziehen ohne es zu verstehen. Sehe ganze Volksgruppen, die sich lieber die Köpfe einhauen als mit Respekt und Verständnis, auf einander zu zu gehen und zu lernen.

Wo liegt der Reitz, all dies NICHT zu tun, zu sehen? Oder, ist das vielleicht die falsche Frage?

Was ist denn der Sinn des Lebens, wenn ich meine Meinungen und Sichtweisen auf Schlagzeilen-Volumen reduzieren muss damit es überhaupt verstanden und/oder angenommen wird?

Früher hatte man mehr Zeit um Fragen zu beantworten oder zu ergründen. Man hatte aber auch mehr Zeit um überhaupt Fragen zu stellen. Zu Zeiten von Sokrates und Platon war es sogar ein Sport Fragen zu stellen und in detaillierten Diskussion zu lösen – man nannte das dann „Philosophieren“.

Heute braucht man keine Zeit zum Philosophieren. Heute heißt es beispielsweise ganz schlicht „Terrorismusbekämpfung“, während man früher vielleicht noch erkannt hätte, dass sich manche Menschen nicht bevormunden und unterdrücken lassen wollen und ihre Traditionen bewahren wollen. Rücksicht hätte man vielleicht ebensowenig genommen aber man hätte es verstanden. Inzwischen ist es umgekehrt.

Ich muss nun wirklich nichts verkaufen, hier in meinem Blog. Dies ist allerdings ein Text meines neuen Philosophen Rudolf Steiner, den ich gerne weiterempfehlen möchte.

…denn wirklich wichtig ist keine SAU. Nee, auch Du nicht, außer für Dich selbst vielleicht.

Der Eine meint er hätte die geilsten Haare und muss jeden daran teilhaben lassen. Der Nächste glaubt mit seiner S-Klasse immer Vorfahrt zu haben, wie eine frische Mutti die ihren Kinderwagen in der Fußgängerzone als Rammbock benutzt. Wieder Andere sind die geilsten Künstler, so geil, dass sie dir sogar die coolen Wege ihrer Inspiration nachschmeißen. Und so geht das immer weiter. Einmal quer durch die Gesellschaft. Keiner merkt es und jeder macht mit. Wer nicht mit macht ist unwichtig. Klar?

Eitelkeit ist hier das Stichwort und es ist eine Todsünde. Also bitte, nehmt Euch mal alle nicht so wichtig!

Ohne Eitelkeit

Ohne Eitelkeit. — Wenn wir lieben, so wollen wir, dass unsere Mängel verborgen bleiben, — nicht aus Eitelkeit, sondern, weil das geliebte Wesen nicht leiden soll. Ja, der Liebende möchte ein Gott scheinen, — und auch dies nicht aus Eitelkeit. von Friedrich Nietzsche

Der Begriff, die Abkürzung SNAFU kommt aus den USA und ist dort auf eine eher komische Art entstanden. SNAFU steht für „Situation normal, all fucked up“ was auf Deutsch soviel bedeutet wie „Die normale Situation ist ab-gefuckt“.

Auslegen würde ich das Folgendermaßen: Jede Situation die ich als Normal bezeichnen würde, darf/kann up-gefuckt sein. Denn wenn sie nicht normal ist, ist sie ja schon außergewöhnlich und wenn man Normal dann schon als up-gefuckt bezeichnet, kann es ja nur noch besser werden (oder, wie willste das dann noch nennen?).

Über SNAFU und die wahre Herkunft gibt es viele Geschichten und deuten kann es wohl jeder, am besten für sich selbst 😉

It was instantaneous, inevitable, and there was no question,“ the words came to him; „SITUATION NORMAL, ALL F – – – – D UP! To Taylor and other enlisted types, this perfectly described the military growing pains before and just after Pearl Harbor.
(src.)

Zu Beginn gab es den Plan
Dann kamen die Annahmen
Und die Annahmen waren ohne Form
Und der Plan war ohne Substanz
Und Dunkelheit war auf den Gesichtern der Arbeiter Und sie redeten und sagten: „Das ist alles scheiße und es stinkt“
(src.)

Das Snafu-Prinzip wurde wahrscheinlich von Robert Anton Wilson aufgestellt, dieser jedoch schreibt es seinem wahrscheinlich fiktiven Romanhelden Hagbard Celine zu.
Das Snafu-Prinzip ist einfach formuliert und in seiner Einfachheit absolut evident. Das Snafu-Prinzip besagt einfach:
Kommunikation ist nur unter Gleichen möglich. (src.)

Zitat—————————————————–
…entfällt wegen Copyright…
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Was könnte das sein? Und warum eigentlich? Spinnen die?

…für eine Nacht!

Deshalb brauche ich viele, viele heiße Nächte.

…um schlecht gelaunt zu sein!

Deshalb suche ich mir meinen Spaß.

…um lang zu sein!

Deshalb genieße ich es am liebsten Intensiv mein Leben ist einzigartig!

Wie kann man eine Revolution verhindern?

Nehmen Sie einen Fernsehsender und berichten über die 68er Revolutionen, dazu einen Augenzeugen, der von Misserfolgen spricht und verschiedene Politiker, am besten aus jeder Partei einen, der/die diese „Aufbegehren“ ebenso, nur als reines „Spektakel“ ab tun. Dazu noch ein paar Bilder und Videos von Wilden, im Matsch rum tobenden, Kiffenden und/oder Saufenden (wobei ersteres mehr Wirkung zeigt!), und schon ist er fertig, der klare, deutsche, jurnalistisch wertvolle Beitrag. Ganz normal, einfach so. Und alles scheint so klar. Doch irgend etwas stört vielleicht (vergiss es!), nein, schon vergessen, der Alltag ruft. Da bin ich, jetzt ist wieder Realität.

Wer weis, wo der dann überall ausgestrahlt wird. Am Ende (;-)) stellt sich heraus, dass es sich um eine Ente gehandelt hat. Zeitungsente kann man wohl nicht mehr sagen, Medien-Ente muss es jetzt wohl viel mehr heißen, oder so ähnlich, im Zeitalter von Youtube.

Nein, ich möchte hier keine Beispiele aufführen. Das entspricht nicht meinen Intensionen. Es geht mir viel mehr um das Verstehen von Inhalten, egal wo, egal was. Alles ist durchzogen von, meist individuellen Sichtweisen, Gesinnungen und Chefredakteuren.

Knock, knock, knock.

Wake up Neo.

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